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Ein Hoch dem Pausenbrot
Egal, ob als eher schlichte Lieblingskäsestulle oder als feines Sandwich mit einer selbst kreierten Frischemischung: Der leckere, kleine Snack für zwischendurch sorgt allerorten für kulinarisches Wohlgefühl – und gute Laune.
Vom kartenspielenden Earl ...
John Montague, Earl of Sandwich und Minister am englischen Hof, war im Jahr 1762 dermaßen vom Kartenspielen besessen, dass er trotz knurrendem Magen keine Zeit mehr fand, um regelmäßige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Um dennoch einigermaßen bei Kräften zu bleiben, trug er dem Dienstmädchen auf, die Speisen doch einfach zwischen zwei Brotscheiben zu legen, damit er sich während des Spiels stärken könne. „Nach einem Brot wie Sandwich“ verlangten denn auch sofort seine nicht minder hungrigen Spielkumpanen, die den Earl bei der Brotzeit beobachtet hatten. So lautet die Geschichte.
... über den kleinen Hunger ...
Wenn sie stimmt, kann man dem Mann nicht genug danken. Ihm und der Tatsache, dass im zusammenwachsenden Europa auch Trends etwas leichter und schneller reisen. Denn allmählich wird eine Bewegung, die vor vielen Jahren in London ihren Anfang nahm, auch bei uns zur Normalität, und das ist gut so. Das, was uns – außerhalb unserer eigenen vier Wände oder der Betriebskantine – über den kleinen Hunger hinweghelfen soll, muss nicht mehr zwangsläufig aus der Fritteuse kommen. Das gute alte Pausenbrot ist wieder da! Was ehedem als beliebtes Tauschobjekt auf den Schulhöfen kursierte („Kann keine Cervelatwurst mehr sehen! Erteile 10 Minuten Mathe-Nachhilfe für Nutella!“), taucht nun – mehr oder weniger internationalisiert – in den innerstädtischen Coffeeshops, Delikatessenläden und sogar in den Feinkostabteilungen wieder auf: der schnelle, leichte Snack zum sofortigen Genießen oder Mitnehmen, der die Gallenblase in Ruhe lässt.
... zum Sandwich-Traditionalisten
Italien überlässt uns die verspielten, dreieckigen Türmchen, die auf den hübschen Namen Tramezzini hören: Diagonal geteilte Toastscheiben, zwischen denen liegen darf, was gut und frisch ist, traditionell meist eine leichte Tunfischpaste. Von der Insel kommt das etwas ernsthaftere, ebenfalls dreistöckige Club-Sandwich, ein absoluter Klassiker, der in aller Regel mit Schinken, Käse und Gurke belegt, getoastet oder ungetoastet glatt einen leichten Lunch darstellt. Die amerikanische Ostküste mischt auch mit und schickt uns Bagels, ein leckeres Ergebnis jüdischer Backtradition: runde Brötchen mit einem Loch in der Mitte. Sandwich-Traditionalisten schwören beim Bagel auf die Originalversionen, die nur mit Frischkäse bestrichen oder mit Räucherlachs belegt werden.
Endlich mal ein Trend, den man aus vollem Herzen und mit unbelasteten Arterien begrüßen und mitmachen kann. Eine Kritik am Rande sei allerdings erlaubt: Wie wär’s in dem ganzen Getümmel mal mit einer rein deutschen Produktion? Dem kleinen Leberwurstbrot mit Senf und Essiggurke zum Beispiel? Ginge doch auch?!
Rezept für Tunfisch-Sandwich
(für 2 Portionen)
Zutaten:
1 Dose Tunfisch (im eigenen Saft)
3 EL Creme fraîche
1 EL Zitronensaft
1 Knoblauchzehe
2 Salatblätter
1 Tomate
1 Stange Staudensellerie
Salz
Pfeffer (frisch gemahlen )
4 Scheiben helles Mehrkornbrot
Zubereitung:
1. Tunfisch gut abtropfen lassen, mit einer Gabel zerpflücken.
2. Salatblätter waschen, trockentupfen. Tomate waschen, vierteln, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Sellerie waschen, putzen und sehr fein würfeln. Etwas vom Selleriegrün sehr fein hacken.
3. Creme fraîche und Zitronensaft verrühren, Knoblauch schälen und dazupressen. Tunfisch, Tomaten, Selleriewürfel und -grün untermengen und die Mischung mit Salz und Pfeffer würzen.
4. Brot nach Belieben toasten. 2 Brotscheiben mit Salat belegen und Tunfisch-Gemüse-Mischung darauf verteilen. Mit den 2 restlichen Brotscheiben bedecken. Sandwiches diagonal halbieren.