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Käsemarkt in Alkmaar
Mitte April beginnt der Käsemarkt in Alkmaar/Niederlande. Bis Mitte September wird jeden Freitag (22-mal pro Jahr) auf dem Waageplatz vor dem barocken Rathaus der berühmteste Käsemarkt Hollands abgehalten.
Wie vor 400 Jahren
Ron, Mike und Gijs haben eines gemeinsam – alle drei sind Käseträger in Alkmaar. Jeden Freitag von April bis September schlüpfen sie in ihre schneeweißen Drillichanzüge, setzen die lackierten Strohhüte auf, und ab geht’s zum Waagplein (Waageplatz), wo das Wiegen des Goudakäses schon seit 1622 Tradition ist. Kein Geringerer als Rudi Carrell, in Alkmaar geboren und aufgewachsen, trällerte so manchen Song darüber. „Für uns beginnt das Spektakel schon um sieben Uhr morgens“, betont Mike, der 1,90 Meter große Holländer, während er sich die breiten „zeels“ (Lederträger) über die Schultern legt, womit nachher die „berries“ (Käsetragen) transportiert werden. Wie vor 400 Jahren ist fast alles gleich geblieben.
Käseträgergilde
Noch heute gibt es die Käseträgergilde, bestehend aus den vier „vemen“ (Körperschaften), denen je sieben Männer angehören. Anhand ihrer Hüte in Rot, Gelb, Grün und Blau kann man sie unterscheiden. Allen voran steht der Käsevater. Als Zeichen seines Amtes trägt er stets einen Stock mit silbernem Knauf, genannt „de Tolk“. Käsehändler Theo Slykerman testet erst mal die Ware. „Ich prüfe auf Fett- und Feuchtigkeitsgehalt. Danach beklopfe und berieche ich den Käse. Dann wird um den Preis gefeilscht.“ Am Ende erfolgt ein kräftiger Handschlag mit dem Produzenten Alè Dykstra. Der Käse, nach dem fruchtbaren Poldergebiet auch Beemster genannt, wird gewogen. Dann heißt’s für die Träger rennen, was das Zeug hält, damit der Käse schleunigst wieder in die Laster kommt. Nichts für Leichtgewichte, denn so ein „berrie“ wiegt 160 Kilogramm!
Um Punkt 12.30 Uhr sind 32 000 Kilo Käse verkauft, gewogen und im Lkw verstaut. Das Publikum applaudiert, und die Akteure gönnen sich eine Verschnaufpause im „Jong Belegen“ (Jung Abgelagert), dem ersten Käsecafé der Niederlande. Zu Tee, Kaffee, einem Bierchen oder einem Glas Portwein gibt es dort alle möglichen Goudasorten von jung bis überjährig, mit Kräutern, Knoblauch, Sellerie oder mit Pfeffergeschmack. Ob auf Toast, Blätterteig, als würzige Käsesuppe, -salat oder mit „balletje gehakt“ (Hackbällchen), ganz egal – Hauptsache Käse!
Weitere Auskünfte: Tourismus-Information Alkmaar, Waagplein 2, 1811 Alkmaar, Tel. 00 31/72/511 42 84, Fax: 511 75 13, E-Mail: info@alkmaar.nl, www.alkmaar.nl/portal2/pages/deutsch/deutsch.html