
Foto: Turismo Tenerife
Teneriffa kulinarisch
Mal bäuerlich-deftig, mal kreativ und fein: Wer gutes, abwechslungsreiches Essen liebt, ist auf der größten der Kanarischen Inseln goldrichtig.
Es ist diese wunderbare Mischung, die Teneriffas Küche so schmackhaft und vielfältig und unvergleichlich macht. Da gibt es die traditionellen Gerichte der kanarischen Bauern, dazu die Einflüsse jener Seefahrer, die auf der Insel im Lauf der Zeit angelandet – und so manches Mal auch gestrandet sind – und nicht zuletzt die wachsende Zahl kreativer Spitzenköche, die alte, einheimische Rezepte äußerst raffiniert verfeinern und anspruchsvolle Feinschmecker auf hohem Niveau zu verwöhnen wissen.
Ein beliebtes traditionelles Gericht ist der puchero canario, ein reichhaltiger, köstlicher Eintopf aus unterschiedlichem Gemüse, u. a. Möhren, Kürbis, Kohl, Mais und Kartoffeln, und bis zu fünf verschiedenen Sorten Fleisch wie Lamm, Hammel, Huhn, Rind und Schwein. Mit Chorizo und Knoblauch, Kümmel und Safran gewürzt, wird alles schön deftig und mit gehackter Petersilie schön frisch.
Gofio heißt die traditionelle Speise der kanarischen Hirten: Aus dem Mehl aus geröstetem Mais oder Weizen wird Teig hergestellt und zum Beispiel zu Bällchen geformt. Auch als Brei findet Gofio in der Küche vielfache Verwendung. Das gilt ebenso für Mojo, eine scharfe Paprika-Chili-Sauce, die es auch als grüne Variante mit Korianderkraut gibt – Mojo verde oder Cilantro genannt.
Kartoffeln gehören auf den Inseln seit jeher zu den wichtigsten und beliebtesten Nahrungsmitteln: An die fünfzig verschiedene Sorten werden auf den Kanaren angebaut. Hier hat besonders ein Rezept Furore gemacht – und das auch auf dem spanischen Festland: papas arrugadas. Dafür werden besonders kleine Kartoffeln gründlich gewaschen, in einem nicht zu breiten Topf zu einem Viertel mit grobem Meersalz und kaum mit Wasser bedeckt. Zugedeckt lässt man sie etwa eine halbe Stunde köcheln. Danach den Deckel abnehmen und die Kartoffeln im Topf immer wieder durchschütteln, bis das restliche Wasser verdunstet ist. So erhalten sie die gewünschte Salzkruste und werden schön runzelig. Dazu wird Mojo gereicht.
Im Gourmetrestaurant "Kabuki" des Luxushotels "Abama" kommen feinste japanische Speisen auf den Tisch. Wenn Küchenchef Rafael Carrasco hier fangfrischen Silberbarsch als eine Art hauchdünnes Carpaccio serviert, reicht er dazu auch eine Portion Tradition: papas arrugadas und mojo verde. Köstlich!